HIV
Die Infektion mit HIV führt zu einem Immundefekt und ist ein vielschichtiges Geschehen.
In der antiviralen Therapie sind Wechselwirkungen nicht selten. Die gleichzeitige Einnahme verschiedener Wirkstoffe erhöht das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen und/oder führt zu einem unzureichenden Therapieansprechen. Durch Interaktionen während des Wirkstofftransportes mit dem P-Glykoprotein (Synonym: MDR1) und der Metabolisierung durch Cytochrom P450 Enzyme sind pharmakokinetische und/oder pharmakogenetische Effekte möglich.
Proteaseinhibitoren (PI), Nicht-Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) und Integrase- und Entry-Inhibitoren sind, neben anderen antiviralen Wirkstoffen, gängige Medikamente in der HIV Therapie, die metabolisiert werden.
Die Bestimmung von Plasmaspiegeln sind eine Hilfe zum Therapiemonitoring. Darüber hinaus kann mit genetischen Analysen der zu erwartende Medikamenten Stoffwechsel besser abgeschätzt werden. Zusätzlich kann durch Bestimmung von Rezeptorgenen (APOBEC3B und CCR5) das Risiko einer Infektion bzw. die zu erwartende Progression der Infektion abgeschätzt werden.
Für einige Wirkstoffe, die in der HIV Therapie eingesetzt werden, können pharmakogenetische Analysen wertvoll sein:
Gen
Wirkstoffe
Abacavir
CCR5
Maraviroc
Efavirenz
Nevirapin
Antidepressiva
Atazanavir, Didanosin, Indinavir, Lamivudin, Nevirapin, Stavudin
Weiterführende Informationen zu Fragen der Medikamenten-Interaktionen bei einer HIV-Therapie bietet das Institut für interdisziplinäre Medizin (ifi).
